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Diana Ross European Tour 2005 ( Germany & Switzerland & Cyprus )

Diana Ross begeistert Berlin
Frühkritik

Berlin - Sie hatte in den Achtzigern sozusagen ihr zweites "Coming Out". Da wurde Diana Ross zu einer Ikone der Disco-Ära. "Coming Out" hat die 61jährige Soul-Diva gestern auch ihrer glamourösen Show im Tempodrom vorangestellt. Die großen Hits der Sixties, als sie sich mit den Supremes und Klassikern wie "Baby Love" in den Weltruhm erhob, folgen bald. Blendend sieht sie aus, stöckelt verführerisch über die Bühne, ist bestens bei Stimme und bietet mit ihrer 10-Mann-Band eine Hit-Revue, die nicht lange auf den Sitzen hält. Die ausführliche Kritik lesen Sie morgen.

Diana Ross in Berlin 2005 European Tour

Diana Ross in Berlin 2005 European Tour

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Eine Diva hält hof: Diana Ross perfekt und verführerisch in Berlin

14. Juli 2005, 00:00 Uhr
Von Peter E. Müller
Eine Diva hält hof: Diana Ross perfekt und verführerisch in Berlin

Sie singt sie immer noch, die Teenager-Heuler ihrer eigenen Jugend: "Where Did Our Love Go", "Stop In The Name Of Love", "Baby Love". Diana Ross wippt im Berliner Tempodrom keck mit den Hüften und trägt jenes reizende Grinsen im Gesicht, das mit jugendlicher Unschuld vor Erregung gerötete Wangen kaschieren will. Und warum wirkt das nicht albern? Warum kommt es einem keinen Moment lang lächerlich vor, wenn sich eine 61jährige fünffache Mutter in Songs von juveniler Liebeslust verzehrt? Weil es ihre Songs sind, auch wenn sie selbst keinen davon geschrieben hat. Und weil diese Songs nicht erwachsen werden wollen; weil sie die Erinnerung wach halten an eine Zeit des Aufbruchs und der Unbeschwertheit.

Gemeinsam mit Mary Wilson und Florence Ballard hatte Diana Ross in den sechziger Jahren den Markennamen The Supremes veredelt. Mehr als 25 Millionen Platten setzten sie um. Mit 25 Jahren bereits war sie Millionärin. Und mit ihren beiden Kolleginnen heillos zerstritten. Am Anfang ihrer Best-of-Show steht allerdings die Musik ihres zweiten Coming Outs in den achtziger Jahren. Unter Anleitung der Disco-Funk-Strategen Rodgers und Edwards von Chic avancierte die Ross zur Disco-Queen von New York. "Diana" hieß die LP, "I'm Coming Out" war einer der großen Hits.

Sie wirkt rank und schön und beherrscht die Posen der großen Pop-Diseusen. Zwei Sänger und eine Acht-Mann-Band verlegen ihr einen Klangteppich aus Funk-Fertigkeit und Disco-Groove, auf dem sie im hautengen knallroten Paillettenkleid und mit schwarzer Lockenmähne einherstöckelt.
Das Programm ist straff routiniert durchgestylt. Nicht anders wird es im Ceasar's Palace von Las Vegas über die Bühne gehen. Die Band ist in allen stilistischen Fahrwassern versiert, restauriert den Tamla-Motown-Beat, wabert im verspielten Disco-Trab, ja, selbst der funky Gitarrensound eines Nile Rodgers wird nahezu originalgetreu reproduziert.

Doch Ross kann auch anders. Ihre Passion für Songs von Billie Holiday hatte ihr schon 1972 Tadel von der Jazzfraktion und eine Oscar-Nominierung für ihre Rolle in der Holiday-Filmbiografie "Lady Sings The Blues" eingebracht. Nun singt sie mit fein phrasierender Stimme Jazzstandards - die bewegendsten Momente ihrer Konzerte.

Neues darf man von Diana Ross nicht mehr erwarten. Vielmehr verwaltet eine der größten Entertainerinnen des Popgeschäfts ihr musikalisches Erbe. Sie tut es mit Perfektion und Würde. Zum Finale macht sie sich Gloria Gaynors "I Will Survive" zu eigen. Und im Saal herrscht Stimmung wie beim Christopher Street Day.

Diana Ross in Berlin 2005 European Tour
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